Dienstag, 4. Juni 2013

Tagebuch einer Mutter - Haushalt

Heutzutage hat man es wirklich nicht mehr leicht als Frau und Mutter und ergo als Hausfrau. Egal, ob du nun Vollzeit oder nur geringfügig oder "gar nicht" arbeiten gehst. Netterweise wird die Arbeit, die man Zuhause zu erledigen hat nicht als Arbeit sondern nur als Selbstverständlichkeit oder unliebsame Notwendigkeit angesehen. Na vielen Dank.
Meine Ausgangssituation sind 2 Kinder und ein voll berufstätiger, liebender Ehemann ♥
Ich habe mich bewusst dazu entschieden "nicht" arbeiten zu gehen. Wobei ich muss erwähnen, dass ich zur Zeit Tagesmutter bin und ein liebes Tageskind betreue. Also könnte man sagen ich arbeite geringfügig Zuhause.
Wenn ich nun morgens irgendwann wach geworden bin.Das Kind seine Milch hatte. Die Große bereits in der  1. Unterrichtsstunde verweilt und der Ehemann zur Arbeit eilt, dann fängt mein Tag an, als Frau, Mutter, Ehefrau, Hausfrau, Tagesmutter und Vollzeitknecht der alltäglichen Dinge die erledigt werden wollen.

Mein süßes, kleines Monster entdeckt bereits wieder unsere Wohnung ganz neu und kramt aus irgendwelchen Ecken, kleine Dinge, wo ich erst einmal näher schauen muss, ob das nicht vielleicht ekelig ist. Das hört sich jetzt so an, als wenn ich hier nicht die Ecken sauber machen würde. Da muss ich zu meiner Verteidigung sagen, doch ich mache sauber. Doch Kinder finden IMMER irgendwas :D
Nein, stelle ich fest, es ist nicht ekelig. Leni nörgelt und protestiert lauthals, dass ich einmal schauen wollte. Als ich es ihr wiegergebe, erscheint ein zufriedenes Strahlen auf ihrem Gesicht. Sie läuft hin und her. Mal ins Wohnzimmer. Mal ins Kinderzimmer. Ich laufe direkt zum Wasserkocher und koche erstmal Wasser. Wir haben nur Instantkaffee. In Zeiten von unzähligen tollen Kaffeeautomaten wahrscheinlich etwas rückständig, aber ich mag meinen Kaffee so.
Wenn ich den ersten Schluck Kaffee getrunken habe, gehe ich ins Kinderzimmer. Die Kleine sieht mich und weiß was jetzt kommt. Anziehen. Da hat sie natürlich jetzt noch keine Lust drauf, also flitzt sie schon mal vorsorglich umher. Ich suche was nettes zum Anziehen heraus. Noch eine Pampers. Ok, jetzt noch das Kind. "Leni?"
"Neeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiin!" vernehme ich in lautem, hohen Tonfall.
Ok, denke ich mir. Mache ich erst einmal unsere Betten. Also rüber ins Schlafzimmer. Husch-wusch. Betten fertig. Ein Fenster öffnen. "Leni komm. Ich zieh dich eben an!"
"Häh?"
"Anziehen!"
"Häh?"
"Ach, Mensch....AN-ZIE-HEN!"
"NEEEEEIIIIIIIIIIIIIIN!" Super, denke ich mir. Schnappe mir das Kind unter Protest und wildem Gegacker und überrede sie zum anziehen und wickeln. Als das dann geschafft ist, kann ich dann auch endlich die Kinderbetten machen und noch so ein zwei Tausend Spielzeuge wegräumen. Wahlweise auch alte Kekse aufsammeln. Geschirr vom Vortag oder Dreckwäsche, weil die Große vergessen hat, dass wir im Bad einen Behälter extra für getragene, für den Waschgang bereite, Wäsche haben. Ich bin genervt. Nehme mir vor sie zu schimpfen, wenn sie wieder Daheim ist.
Es ist jetzt 9 Uhr. Noch früh denke ich. Da kann ich ja noch ein bisschen was erledigen. Also gehe ich ins Badezimmer und sortiere Wäsche. Dunkle und Bunte. Für Weißwäsche reicht die weiße Wäsche hier nicht.
Ich stelle eine Maschine an und öffne noch schnell im Bad die Fenster. Beim hinausgehen sehe ich, dass die Katze einen dicken Haufen in ihr Klo gemacht hat. Also beseitige ich das eben.
Leni kommt angelaufen und ruft: "Zessin tucken. Zessin tucken." Gnarf, denke ich. Nöööööö. Und entgegne: "Schatz, jetzt kannst du noch keine Prinzessin gucken. Ist noch viel zu früh. Wir sind doch erst aufgestanden."
Leni dann leiser und verzweifelnder: "Zessin tucken?" "Süße" sage ich, " hast du schon gefrühstückt?" "Nein." "Siehst du. Erst frühstücken wir und dann schauen wir mal, was wir schönes machen können." trällere ich fröhlich. Protest. Schmollender Protest. Ich versuche ihr zu erklären, dass das doch nicht schön ist, so früh schon fern zu sehen. Total bescheuert. Ich hätte es als Kind super gefunden. Naja, aber wir wollen unseren Kindern ja nichts falsches beibringen und vor der Glotze parken. Nein. Nein.
Etwas widerwillig lässt sie sich drücken und beruhigen und kann sich dann auch für andere Dinge begeistern.

In der Küche wartet mein Kaffee. Dankbar trinke ich ein paar Schlucke. Dann sehe ich, dass sich wieder viel zu viel Geschirr angesammelt hat. Wieso haben wir nochmal keinen Geschirrspüler???
Ich beschließe den Tisch zu decken und Frühstück zu machen, danach kann ich immer noch spülen. Kurz möchte ich entspannen. Kurz meinen Gedanken am Morgen nachhängen.
Ich rufe den Zwerg zum Frühstück und vernehme ein süßes: " Ja, Mama. Türlich Mama!" Ach, wie süß sie doch sein kann, denke ich mir und freue mich über meine kleine Tochter. Freue mich darüber, dass sie mir so viele schöne Gedanken und Liebe schenkt.
Wir setzen uns an den Tisch und frühstücken gemeinsam. In Ruhe. Ohne Stress ☺ Den restlichen Haushalt verdränge ich mal kurz...der kommt noch früh genug!!!



Kommentare:

  1. Ich verdränge auch so gerne. Es ist 10:10 und das einzige was ich geschafft habe ist Linda zur Kita zu bringen, Lia zu füttern und Loui draußen die Transportbox mit Futter hinzustellen... Achja Lindas Bett habe ich auch schon gemacht. Wahnsinn. Habe ich schonmal erwähnt, dass ich Dorians Spülmaschine liebe???

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich lese manchmal aber auch schon, dass du bereits vor 9 alles fertig hast oder sehr viiiiel :D Aber sowas ist dann wahrscheinlich eine Ausnahme^^
      Manchmal ist halt der Wurm drin. Da bekommt man den Hintern nicht hoch. Und dann gibt es Tage, da schackert und schackert man und die Arbeit will kein Ende nehmen o_O

      Hehe...wenn wir irgendwann umziehen, gibts hier aber auch erstmal eine neue Küche MIT Spülmaschine :D

      Löschen